Warum die besten Kandidaten selten aktiv suchen.
Viele erfolgreiche Besetzungen entstehen mit Personen, die zum Zeitpunkt der Ansprache bereits beschäftigt sind. Die Daten erklären, warum Anzeigen allein bei anspruchsvollen Profilen oft nicht ausreichen.
Der entscheidende Teil des Marktes ist beschäftigt
Im Jahr 2024 kamen 62,4 % der sozialversicherungspflichtigen Neueinstellungen – ohne Auszubildende – aus einem direkten Wechsel von einer bestehenden Beschäftigung. Das bedeutet nicht, dass jede geeignete Person aktiv wechselbereit ist. Es zeigt aber: Ein großer Teil erfolgreicher Besetzungen entsteht nicht aus Arbeitslosigkeit, sondern aus bestehenden Arbeitsverhältnissen.
Warum eine Anzeige allein nicht genügt
Unternehmen nutzen mehrere Wege parallel. Nach der IAB-Stellenerhebung 2025 wurde bei Neueinstellungen in 70 % der Fälle über die eigene Website gesucht, in 57 % über externe Online-Jobbörsen und in 48 % über eigene Beschäftigte oder persönliche Kontakte. Erfolgreiche Suche ist deshalb selten ein einzelner Kanal. Sie ist eine Kombination aus Sichtbarkeit, Netzwerk und gezielter Ansprache.
Was professionelle Direktansprache leisten muss
Direktansprache ist keine Massenmail. Sie beginnt mit einer realistischen Zielmarktanalyse, einer präzisen Rollenbeschreibung und einer vertraulichen, individuellen Ansprache. Entscheidend ist, ob Aufgabe, Verantwortung, Perspektive und Rahmenbedingungen für die angesprochene Person nachvollziehbar besser sind als der Status quo.
Konsequenz für Unternehmen
Eine Stellenanzeige bleibt sinnvoll. Bei knappen oder geschäftskritischen Profilen sollte sie jedoch nicht der einzige Suchweg sein. Wer ausschließlich auf aktive Bewerbungen wartet, begrenzt den erreichbaren Kandidatenkreis unnötig.
Quellen und Datenstand
Datenstand: Juli 2026. Verwendet wurden öffentlich zugängliche Veröffentlichungen amtlicher beziehungsweise wissenschaftlicher Institutionen.